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Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:31

Schattenbahnhof (Teil 1)

Vor einiger Zeit fragte mich Ferdi, ob ich ihm für seine Anlage die Segmente für einen Schattenbahnhof bauen könnte.
Als alter „Holzwurm“ war das natürlich keine Frage und so steckten wir an einem Freitag-Nachmittag einmal die Köpfe zusammen und überlegten, wie das gute Stück zu realisieren sei.
Die erste Frage war, ob der Schattenbahnhof für einen ständigen Zugwechsel oder nur für einen gelegentlichen Austausch der Zuggarnituren dienen soll.
Da nach reiflicher Überlegung nur ein gelegentlicher Austausch erfolgen wird, kamen wir auf die Idee, dass mit einer überdimensionalen Drehscheibe der Bau eines einfachen und zugleich kostengünstigen Schattenbahnhofs möglich sein sollte.
Aufgrund des vorhandenen Platzes ist es nun aber nicht möglich, komplett zu drehen, sondern nur in einem gewissen Rahmen zu schwenken, so dass neben der Zufahrt zur Drehscheibe auch eine Rückführung eingeplant werden musste.
Und so kam dann diese Zeichnung zustande.


Durch den zur Verfügung stehende Platz (2,00 Meter x 0,90 Meter) konnten wir folgende Maße festlegen:

  • Drehbühne: 1,50 Meter x 0,50 Meter
  • Segment 1: 1,20 Meter x 0,90 Meter
  • Segment 2: 0,80 Meter x 0,90 Meter
Als Material wählte ich 15 mm Multiplex, da dieses Holz eine hohe Stabilität und Verzugsfestigkeit aufweist.

Zuerst habe ich die Drehbühne angefangen. Das Holz habe ich mir im Baumarkt auf die entsprechende Größe zuschneiden lassen. Die Rundungen an den Stirnseiten sind mit einer Oberfräse und einem Stangenzirkel hergestellt. Um der Drehbühne weitere Stabilität zu geben wurde ein Rahmen aus 19 mm Tischlerplatte (3 cm Höhe) angefertigt und mit der Unterseite der Drehbühne verleimt und verschraubt.



Soviel zum ersten Teil.
Fortsetzung folgt:


LokJo

2

Montag, 24. Oktober 2011, 17:00

:thumbsup:
von der Planung bis zur Umsetzung denke ich das wird was.
Gruß Ferdi

3

Samstag, 29. Oktober 2011, 18:58

Schattenbahnhof (Teil 2)

Während ich mit dem Bau der Drehbühne beschäftigt war, hat sich Ferdi (der ja bekanntlich der drehenden Zunft angehört) an die Herstellung der Lagervorrichtung für die Drehbühne gemacht.

Diese Lagervorrichtung besteht aus eine Ober- und einem Unterteil, die sich mittels Kugellager gegeneinander drehen lassen. Die Verbindung beider Teile wird durch einen Königszapfen erreicht, an dessen Unterseite über ein eingeschnittenes Gewinde sich das Spiel zwischen Ober- und Unterteil eingestellt lässt und die Drehbühne mit dem Segmentkasten verbunden wird.





Auf der Oberseite des Königszapfens wurde eine 5 mm Loch zentriert ein gebohrt, so das mittels eines Dübels die exakt mittige Verbindung zwischen Lagervorrichtung und Drehbühne erreicht werden konnte.

Auf dem folgenden Foto ist nun die Drehbühne mit der Lagervorrichtung bereits verschraubt,

und als weitere Abstützung an den Enden der Drehbühne eine Bockrolle montiert.

Die nächsten Arbeitsschritte waren die Herstellung der Segmentkästen.

Begonnen habe ich mit dem Segment 1 (1,20 m x 0,90 m).
Die Herstellung eines Segmentkastens - denke ich - ist jedem bekannt, so dass ich hierauf nicht besonders eingehen werde.

Um von Unten das Spiel der Lagervorrichtung einstellen zu können, musste vor der Montage der Lagervorrichtung (Unterteil) mittels einer 68 mm Lochsäge ein Loch in den Boden des Segmentes geschnitten werden. Danach erst konnte die Montage des Unterteils erfolgen.



Auf dem Bild ist bereits die fertige Auffahrrampe, sowie die Gleisrückführung (im Bildvordergrund) zu sehen.

Weiter geht es im nächsten Teil.

LokJo

4

Montag, 31. Oktober 2011, 17:57

Schattenbahnhof (Teil 3)

Und weiter geht´s mit dem 2. Segmentkasten (0,80 m x 0,90 m).

Um eine spielfreie Verbindung der beiden Segmentkästen zu erreichen, wurden in beiden zueinander stehenden Kopfbrettern 2 Bohrungen mit einem Durchmesser von 16 mm für Zentrier-Bolzen, sowie 4 Bohrungen von je 8,5 mm zur Verschraubung beider Teile gebohrt.

Nachdem nun auch dieser Grundkasten fertig gestellt war, erfolgte der erste Testaufbau.







Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass die Drehbühne an der Auffahrt- wie auch Abfahrtseite exakt den gleichen Abstand zur Grundplatte hatte, konnte ich mit dem Bau der Abfahrtrampe beginnen (in den obigen Bildern bereits aufgesetzt und provisorisch mit Zwingen gesichert).
Nach deren Fertigstellung wurde diese dann mit dem Grundkasten verschraubt, und die Gleisrückführung auch auf diesem Segment montiert.



Nun folgte das Spachteln der Schraubenlöscher und das Schleifen der Teile.

Während der Trockenzeit des Spachtels fertigte ich dann noch die Beine.
Die Beine bestehen aus 18 mm Multiplex (40 mm breit) die durch eine ebenfalls 40 mm breite Querstrebe miteinander verbunden sind.
Um das gesamt Segment sicher unter die bereits bestehende Anlage schieben zu können, wurden in die Beine an einem Ende Stahl-Muffen mit einem 8 mm Innengewinde eingelassen, in die dann eine Lenkrolle eingeschraubt wurde.

Mit diesen Arbeiten waren die "Holzwurmarbeiten" vorerst einmal beendet.

Morgen erfolgt der Abtransport zum "Endbahnhof" und der erste Anschluss an die bestehende Anlage (mal schauen, ob alles so passt).
Alle weiteren Arbeiten werden dann bei Ferdi erledigt.

Viele Grüße

LokJo


5

Montag, 31. Oktober 2011, 18:04

Chapeau Joachim,

eine Toparbeit!! :thumbup:

Leider ist mein SBf nun schon fast fertig ;)


Gruß Frank
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt (Joachim Ringelnatz)
Neue Anlage - Bahnhof Wildbad - Modellbahnsteuerung - EMD MRS 1

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